Donnerstag, 19. Februar 2015

Wenn Essen außer Haus zur Herausforderung wird ;)

Aller Anfang ist schwer 

Es ist geschafft - ich habe den ersten Tag mehr oder weniger erfolgreich hinter mich gebracht! Tatsächlich war ich heute morgen bereits so aufgeregt und gespannt auf das, was mich erwarten würde, dass ich bereits um 4:00 nicht mehr schlafen konnte. Mein Kopf war einfach zu voll mit Fragen.

Wie wird es sich anfühlen zum ersten Mal wieder bewusst zu frühstücken? • Was werde ich essen? • Wie werde ich mein Problem lösen, schon heute auswärts Mittag essen zu müssen? • Werde ich Entzugserscheinungen haben? • Und vor allem - werde ich es schaffen, konsequent zu bleiben



Eine Sünde zum Frühstück

Begonnen hat mein Tag tatsächlich mit einem sehr leckeren und gesundem Frühstück. Es gab Naturjoghurt mit geraspeltem Apfel, Zimt, Haferflocken, Lein- und Chiasamen und getrockeneten Datteln in etwas Buttermilch. Bis hierhin alles zuckerfrei. Doch dann tappte ich doch tatsächlich auch schon direkt in die erste Zuckerfalle. Gerade als ich mir genüsslich ein paar getrocknete Cranberries in den Mund steckte, schaute ich sicherheitshalber noch einmal auf die Verpackung der Trockenfrüchte und hielt augenblicklich zu kauen inne: "Cranberries - getrocknet und gezuckert" stand da. Wer hätte das gedacht? Also spuckte ich den Bissen in den Mülleimer und verbannte die Tüte für die nächsten Wochen in den hinteren Teil meines Regals.

Die erste Hürde hatte ich somit gemeistert. Doch viel mehr Angst hatte ich vor meinem Mittagessen. Gemeinsam mit meinem Freund wollte ich nämlich die Ostsee-Messe in Rostock besuchen und anschließend das wunderschöne Wetter am Strand von Warnemünde genießen. Doch was sollte ich dabei essen? Sicherheitshalber entschied ich mich dazu, mir einen gesunden Snack für Zwischendurch mitzunehmen - denn man kann ja nie wissen. Und tatsächlich stellte sich diese Entscheidung als goldrichtig heraus. Es war mir nämlich nicht möglich auch nur ein einziges (bezahlbares) Gericht zu finden, bei dem ich sicher sein konnte, dass es auch tatsächlich keinen Zucker enthält.

Meine Snackbox heute - Paprika, Karotte, Tomaten und ein paar Trockenfrüchte


Es war wie im Paradies - Essen wohin das Auge reicht, doch nichts davon zum Verzehr erlaubt. Vor allem die Küchen- und Lebensmittelhändler boten eine bunte Auswahl an Leckereien an, die man selbstverständlich gerne probieren durfte. "Entschuldigen Sie, ist in diesem Produkt Zucker enthalten", ist vermutlich die Frage, die ich heute am meisten stellen musste. Und leider war die Antwort fast immer "Ja". Dips angerührt mit Mayonnaise, italienisches Baguette, süße Crepes, polnische Wurstspezialitäten - alles war für mich verboten. Lediglich an einem Stand war ein Dame so nett mir eine Gabel als Alternative zum Toastbrot anzubieten, damit ich ihre Gewürzmischungen (die glücklicherweise nur mit Joghurt angerührt waren) auch probieren konnte. Und wir fanden einen Mosterei-Stand, an dem ich nicht nur endlich einen Saft probieren konnte, dem kein künstlicher Zucker zugesetzt wurde, sondern an dem ich zudem gleich noch lernte, dass ein Getränk nur dann den Titel "Saft" tragen darf, wenn es tatsächlich zu 100% aus selbigem besteht. Alles weitere muss sich mit Titeln wie Fruchtnektar oder Fruchtgetränk begnügen - sehr interessant, das werde ich mir merken. 



Hunger, Hunger, Hunger 

Schwer wurde es erst, als es meine Snacks aufgebraucht waren und ich tatsächlich richtig hungrig wurde. Das Essensangebot auf dem Gelände an sich (die Menükarte ist oben abgebildet) klang mir zu sehr nach versteckten Zuckern. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Suppe, Bratkartoffeln, der Milchreis oder die Nudelsoße komplett zuckerfrei zubereitet werden. Also entschied ich mich dazu einfach bis Warnemünde zu warten und dort etwas zu essen. Doch auch das war leichter gesagt, als getan. Zucker wohin man auch sieht. Ein Brötchen beim Bäcker? Keine Chance. Ein abgepackter Salat vielleicht? Leider schon ausverkauft. Die Gemüsepfanne mit Hühnchen beim Italiener? Könnte klappen - aber die ist leider viel zu teuer. Tatsächlich konnte ich den ganzen Tag über nichts finden, das ich mich zu essen getraut hätte. Als mein Freund sich dann auch noch ein herrlich duftendes Backfischbrötchen am Fischstand bestellte, während mein Magen schon in den Kniekehlen hing, sank meine Laune komplett in die Tiefe. Ich konnte es nicht mehr erwarten, endlich nach Hause zu fahren und mir dort ein warmes und zuckerfreies Abendessen zuzubereiten.

Doch die Fahrt dauerte noch einmal über eine Stunde und das Brot musste erst zubereitet und dann nochmal 70 Minuten gebacken werden. Und so kam es, dass ich erst gegen 19 Uhr endlich mein Abendbrot (selbstgebackenes Körnerbrot mit Rührei und Tomate) genießen konnte. Puh - das war wirklich hart.

Und die Moral von der Geschicht?

Tja, was nehme ich aus dieser Erfahrung mit? Zunächst werde ich mich noch intensiver damit auseinandersetzen welche Gerichte man unterwegs essen kann und wo Vorsichtig geboten ist. Ich habe beispielsweise gleich gestern Abend eine E-Mail an die Verwaltung unserer Mensa geschrieben, um herauszufinden, ob es dort Gerichte gibt, die ich bedenkenlos essen kann. Außerdem habe ich begonnen mir eine Liste mit möglichen Snacks anzulegen, die man für unterwegs immer in der Handtasche haben sollte. Doch insgesamt scheint der einfachste Weg wohl tatsächlich der zu sein, sich bereits zu Hause ein gesundes, transportables und nicht zu leicht verderbliches Gericht vorzubereiten und für den Tag mitzunehmen. Das ist zwar etwas umständlich und zeitaufwändig, aber vermutlich auch der sicherste Weg.


Wie geht es euch? Wie löst ihr das Problem, wenn ihr auswärts essen müsst? Habt ihr irgendwelche Tipps? Ich für meinen Teil hoffe einfach, dass die Antworten auf meine Fragen sich mit der Zeit von ganz alleine finden lassen. Ich denke, je mehr Erfahrung man mit dieser Ernährungsweise hat, umso einfacher wird es auch.

In diesem Sinne - sonnige Grüße
Eure Lisa ☼


Kommentare:

  1. Deswegen bin ich gerade stille Zuseherin des Experiments. Ich verzichte den Feber über auf Süßigkeiten und habe mir vorgenommen darauf zu achten wo ich denn so Zucker finde.
    Teilweiße schockierend und mir wurde bewusst, dass Zuckerfrei mehr als schwierig sein würde.
    (Zumal ich im März Geburtstag habe...)

    Das auswärts essen stell ich mir fast unmöglich vor, Zuckern kann man ja eh alles ;)
    Das werden sicher harte Wochen ;)
    Ich freue mich auf weitere Berichte. und viel Erfolg :))))

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  2. Oh ja - Auswärtsessen ist wirklich nicht so einfach. Und vor allem am Geburtstag stelle ich mir das auch wirklich schwer vor. Aber zum Glück finden sich ja im Internet auch ganz viele leckere, zuckerfreie Kuchen und Muffins - du findest bestimmt eine gute Alternative :)

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