Mittwoch, 25. März 2015

Bandnudeln mit Bärlauch-Pesto

Ihr Lieben, wisst ihr eigentlich, was mir (abgesehen von den vielen Geschmackserlebnissen, den tollen Erfahrungen, der Geselligkeit, der Entspannung, der Abwechslung) am Kochen mit am besten gefällt? Dass man - zumindest wenn man möglichst frisch, bewusst und regional kochen möchte - dadurch gleichzeitig lernt lernt, viel bewusster auf seine Zutaten zu achten und sich dementsprechend mehr nach dem Saisonkalender der verschiedenen Obst- und Gemüsesorten zu ernähren. Zwar finde ich es immer noch mehr als bedauernswert, dass es Erdbeeren nicht einfach das ganze Jahr über geben kann (die wässrigen, noch halbgrünen Importversionen im Winter zählen definitiv nicht), doch andererseits entwickelt man somit gleichzeitig eine viel höheren Sensibilität dafür, welche Zutaten man wann möglichst günstig und frisch bekommen kann und auf welche Produkte man in gewissen Zeiten eher verzichten sollte.

Wir kochen uns durch die Jahreszeiten

Schon allein der Umwelt zu liebe halte ich es für mehr als sinnvoll, tatsächlich immer die saisonalen Kalender (die sich übrigens überall im Internet finden) im Blick zu behalten. Es gibt nun einmal für alles eine Zeit und während man frische Beeren und die saftigsten Tomaten am ehesten im Sommer kaufen kann, sind der Herbst und der Winter eben eher die Zeit für deftige Gerichte mit Rüben, Kürbis oder Kohl. Natürlich kann auch ich manchmal einfach nicht der Verlockung widerstehen, mir auch in der kalten Jahreszeit ein paar frische Blaubeeren für mein Frühstücksmüsli zu kaufen (allerdings schmecken die auch einfach NIE so gut wie die im Sommer), dennoch bin ich schon bemüht, möglichst darauf zu achten, nicht unnötig auf importiertes oder überzüchtetes Obst und Gemüse zurückzugreifen, sondern lieber Produkte aus regionalem und saisonalem Anbau zu kaufen, mit denen man nicht nur der Umwelt etwas Gutes tut (denkt an euren ökologischen Fußabdruck), sondern gleichzeitig auch die heimischen Bauern und Landwirte unterstützt.

Und außerdem wäre das Naschen von zuckersüßen Stachel- oder Himbeeren und das Genießen von sonnengereiften Orangen oder saftig-aromatischen Pflaumen doch auch irgendwie nur halb so schön, wenn man sie immer das ganze Jahr über zur Verfügung hätte. Denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude - und genau deshalb werde ich auch jedes Jahr im Frühjahr aufs Neue kribbelig, wenn ich bei meinen Einkäufen neugierig und mit wachsamem Blick durch die Gemüseabteilungen streife, auf der Suche nach meinem absoluten Frühjahrsliebling, der je nach Wetterlage etwa ab März bei uns Saison hat und sich in die tollsten aromatischsten Gerichte überhaupt verwandeln lässt - der Bärlauch :)



Ich weiß nicht warum, aber sobald ich dieses Zwiebelgewächs zum ersten Mal in einem der Supermarktregale entdecke, kann ich einfach nicht anders, als es sofort in meinen Einkaufswagen zu packen und möglichst noch am selben Tag in ein leckeres Gericht zu verwandeln. Irgendwie scheine ich dem herben und knoblauchähnlichen Geschmack dieses Wildkrauts willenlos verfallen zu sein. So auch gestern, als ich auf der Suche nach einem schnellen und leckeren Mittagessen durch die Gemüseabteilung streifte und mich plötzlich voller Entzücken und mit einem breiten Grinsen im Gesicht mit einer großen Packung Bio-Bärlauch vor dem Herd in meiner Küche wiederfand. Die Entscheidung, was ich in diesem Jahr als erstes aus dem tollen Kraut zaubern sollte, fiel mir dabei nicht wirklich schwer. Schließlich ist mein absolutes Bärlauch-Lieblingsrezept die Version mit frischer Tagliatelle, feinem selbstgemachten Pesto, knackigem Gemüse und einer leichten Frischkäsecreme. Dieses Gericht ist einfach so unschlagbar lecker und dabei so schnell und einfach zuzubereiten, dass es sich selbst bei all dem Unistress momentan wunderbar in die kurze Mittagspause integrieren lässt :)

Bandnudeln mit Bärlauchpesto

Zutaten für das Pesto
  • 150g Bärlauch
  • 60g geschälte Mandeln
  • 60g Parmesan
  • 6 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
Außerdem pro Person
  • ca. 100g Bandnudeln
  • Frischkäse oder Sahne
  • Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer
  • eine Handvoll frisches Gemüse (Tomaten, Paprika, Karotten)

Zubereitung
Für das Pesto müsst ihr lediglich den Bärlauch waschen, trocken schütteln, klein schneiden und zusammen mit den restlichen Zutaten in einem Mixer zu einem feinen Püree zerkleinern. Dieses würzt ihr nach Belieben mit Salz und Pfeffer, gebt es in ein sauberes Schraubglas und füllt dieses so weit mit Olivenöl auf, bis das Pesto ganz bedeckt ist. 

Bei der Zubereitung der Nudeln verzichte ich heute mal auf genaue Mengenangaben, da auch ich dieses Rezept jedes Mal ein bisschen verändere. Generell gilt, erlaubt ist, was euch gefällt. Ihr braucht bloß die Nudeln in reichlich Salzwasser garen und könnt sie dann nach Lust und Laune mit dem Pesto verfeinern. Ich habe gestern zuerst etwas frischen Bärlauch mit einigen Tomaten in etwas Öl angedünstet und das Gemüse dann mit einem EL Frischkäse, Tomatenmark, Salz, Pfeffer und Zitronensaft abgeschmeckt. Diese leicht sämige Soße habe ich dann zu den Nudeln gegeben, alles gut miteinander vermengt und direkt serviert. Ich kann mir aber vorstellen, dass auch zum Beispiel eine cremige Bärlauch-Avocado Soße gut mit den Bandnudeln harmoniert :) 


Übrigens ist das tolle an selbstgemachtem Pesto, dass man sich so ein Stück vom Bärlauchglück auch noch für die Zeit lange nach der eigentlichen Saison aufbewahren kann. Wenn man die sauberen Gläser gut verschließt und möglichst, kühl trocken und dunkel lagert, hält sich das Pesto nämlich wirklich lange und kann so sogar im späten Sommer oder an kühlen Wintertagen noch zum Verfeinern von Soßen, als deftiger Brotaufstrich oder als Geschmacksgeber in Salaten und Suppen verwendet werden. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon darauf, während der nächsten Wochen noch weitere tolle Bärlauchgerichte auszuprobieren und kann euch an dieser Stelle versprechen, dass sicherlich auch noch das ein oder andere Rezept mit diesem tollen Kraut seinen Weg auf meinen Blog finden wird. Vielleicht habt ihr ja sogar einen Tipp für mich, welche Bärlauchgerichte ich auf jeden Fall einmal ausprobieren sollte? Ich bin gespannt auf eure Ideen :)

Bis dahin - sonnige Grüße
Lisa ☼

Kommentare:

  1. Ohh. Bärlauch Saison. Ich liebe die Zeit ab März, so essentechnisch gesehen. Erst Bärlauchzeit, Spargelzeit, Himbeeren & Erdbeerenzeit. Einfach eine tolle Zeit. <3

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  2. Du bringst es auf den Punkt. Ab jetzt gibt es eigentlich wirklich jeden Monat einen Grund sich zu freuen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, wenn die Stachelbeeren erntereif sind ♥

    Sonnige Grüße
    Lisa ☼

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  3. Ich liebe Bärlauch auch so sehr! Den ersten habe ich am letzten Samstag voller Entzücken auf dem Wochenmarkt entdeckt - bzw. eigentlich hätte ich ihn wohl übersehen, wenn nicht eine Kundin vor mir laut ausgerufen hätte: "Oh, Bärlauch, den nehme ich auch noch mit!" ;) Dem konnte ich mich natürlich nur anschließen, und seitdem gibt es mindestens ein Gericht am Tag damit!
    Schön zu lesen, dass ich mit meiner Begeisterung nicht alleine bin ;)

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  4. Ja - Bärlauch ist einfach der hammer :) Es gibt auch soo viele tolle und unterschiedliche Gerichte, die man damit machen kann. Jedes Jahr wieder kann ich mich gar nicht entscheiden, was ich als erstes probieren soll. Du siehst - ich teile diese Begeisterung auf jeden Fall mit dir! :)

    Sonnige Grüße,
    Lisa ☼

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