Montag, 16. März 2015

Phat Thai - oder Chaosküche vom Feinsten

Hauptsache es schmeckt

an diesem Wochenende habe ich es mal wieder gewagt mich zusammen mit meinem Freund in die Küche zu stellen und gemeinsam ein leckeres Abendessen zuzubereiten. Bratnudeln sollten es werden - darüber waren wir uns beide einig. Die Idee zu diesem Gericht war uns schon während der letzten Woche gekommen. Da waren wir nämlich zusammen nach einem fleißigen Lerntag einkaufen und mein Freund wollte sich für das Abendessen noch schnell eine Portion gebratene Nudeln am Asiastand auf dem Parkplatz holen. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass dies keine sonderlich tolle Entscheidung gewesen war. Nachdem wir nämlich zunächst ewig auf das im Verhältnis ziemlich teure Essen warten mussten und dabei genau beobachten konnten, wie eine Fertigsoße nach der anderen lieblos in den Wok geworfen wurde, schmeckte das Essen dann leider auch noch absolut nichtssagend, langweilig und fad (sagt zumindest mein Freund, ich konnte ja leider nicht probieren, sondern nur anhand der Optik urteilen). Diese Enttäuschung konnten wir als begeisterte Essperimentierer natürlich nicht auf uns sitzen lassen und beschlossen noch am selben Abend, dass wir das bestimmt besser könnten und daher noch dieses Wochenende unsere eigenen asiatischen Bratnudeln kochen würde. Also suchte ich im Internet nach einem passenden und appetitlich klingenden Rezept für das wir dann gemeinsam einkaufen gingen, um anschließend voller Motivation und Vorfreude in der Küche zu verschwinden. 

Allerdings stellte sich blöderweise heraus, dass es auch bei unserem Gericht noch einige Schwächen gab, die sich beim nächsten Mal durchaus verbessern ließen. So waren unsere Augen beispielsweise mal wieder größer, als der Magen, weshalb die Menge an Nudeln, die wir für das Gericht kochten, viiiiel zu groß war (kennt ihr das auch, dass man jedes Mal denkt, dass die Nudelportion so klein aussieht, dann lieber ein bisschen mehr kocht und am Ende massig Reste hat?). Aus diesem Grund wurde unser Phat Thai also eher zu einem klebrigen Nudelbrei statt zu der eigentlich geplanten cremigen Nudelpfanne. Außerdem schafften wir es, gleich zweimal hintereinander die kompletten Erdnüsse in der Pfanne zu vergessen und zu verbrennen, was kurzzeitig für ein absolutes Stimmungstief in der Versuchsküche sorgte. Doch immerhin - nachdem wir die Nüsse (die ja nun fast alle im Müll gelandet waren) größtenteils durch Sesam ersetzt hatten - konnten wir beim Kosten unseres Phat Thais glücklicherweise erleichtert feststellen, dass es auch trotz der optischen Schwächen absolut lecker schmeckte. Schön würzig, mit einer asiatischen Note von Ingwer und Chilli und einem angenehmen Biss. Definitiv also ein Gericht, dass sich nachzukochen lohnt, auch wenn es auf den ersten Blick vermutlich keinen optischen Schönheitspreis gewinnen würde.


Ihr seht also - auch bei mir läuft in der Küche definitiv nicht immer alles rund. Doch ich denke diese "Unfälle" und Erfahrungen gehören zum Koch- und Lernprozess einfach mit dazu. Außerdem hat man so immer ein paar lustige Geschichten parat - wäre ja schließlich langweilig, wenn alles nur perfekt laufen würde. Fürs nächste Mal weiß ich auf jeden Fall, was ich bei diesem Gericht verändern würde und für euch nehme ich diese Änderungen natürlich direkt in das Rezept mit auf. Also - nur Mut - besser als am Asiastand ist dieses Gericht nämlich trotz Schönheitsmakel allemal.

Phat Thai - Bratnudeln mit Hähnchenfleisch und Gemüse


Zutaten (für 2 - 3 Personen)
  • 150g asiatische Nudeln
  • 80ml Sojasoße
  • 2 EL Erdnussöl
  • 200g Hähnchen
  • ca. 2cm Ingwer
  • 1 Knobizehe
  • 100g Möhren
  • 1 Stange Lauch oder zwei große Stangen Lauchzwiebeln
  • 1 Paprika
  • 1 Glas Bambussprossen
  • 1/2 Glas Mungobohnensprossen
  • 40g geröstete Erdnüsse
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, Chili 

Zubereitung
Etwa eine Stunde bevor ihr mit dem Kochen beginnen wollt, solltet ihr das Hähnchenfleisch waschen, trocken tupfen und in feine Streifen schneiden. Diese Streifen gebt ihr dann zusammen mit dem gehackten Ingwer, dem gepressten Knoblauch und ca. 1 EL Sojasoße in einen Gefrierbeutel, vermischt alles gut miteinander und lasst es im Kühlschrank gut durchziehen.

Nach Ablauf dieser Stunde, kocht ihr dann die Nudeln nach Packungsanweisung in Wasser gar, gebt sie in eine große Schüssel, vermengt sie mit der restlichen Sojasoße und stellt sie erst einmal bei Seite. Nun bratet ihr das Fleisch in einem EL ÖL an, würzt bei Bedarf noch etwas mit Salz und Pfeffer nach und gebt es zu den Nudeln mit in die Schüssel.

In der gleichen Pfanne, in der ihr eben das Fleisch gebraten habt, erhitzt ihr nun den zweiten EL Öl und fügt die Karotten hinzu. Nach etwa 3 Minuten gebt ihr außerdem die Paprika sowie die Bambus- und Mungobohnensprossen hinzu und gart das Gemüse kurz bissfest. Jetzt die Nudeln und das Fleisch mit in die Pfanne geben und alles scharf anbraten. Zum Schluss die Eier aufschlagen, über die Nudeln geben und gut verrühren. Nun nur noch mit Chili und eventuell weiterer Sojasoße abschmecken, mit den gerösteten Erdnüssen garnieren und direkt heiß servieren.


Eines steht bei meinem Freund und mir übrigens jetzt schon fest. Dieses Gericht wird es ganz bestimmt in Kürze noch einmal bei uns geben. Dann allerdings nach diesem Rezept, mit mehr Konzentration beim Zubereiten und vielleicht ja sogar mal mit Garnelen statt Hühnchenfleisch. So schnell lassen wir uns von den Bratnudeln auf jeden Fall nicht unterkriegen. Außerdem hat es einfach zuuu lecker geschmeckt, um nur aufgrund seiner optischen Schönheitsschwächen in die ewigen Kochgründe verbannt zu werden ;) Vielleicht habt ihr ja auch noch ein paar Tipps für uns, wie sich Bratnudeln am besten zubereiten lassen? Was sind eure Lieblingszutaten und welche Variationen könnt ihr noch empfehlen? Ich bin gespannt auf eure Tipps :)

Bis dahin - sonnige Grüße
Lisa ☼

Kommentare:

  1. Genau dieses Rezept "Phat Thai", jedoch etwas anders zubereitet, war auch bei mir heute im Wok, ohne bisher dieses Rezept gelesen zu haben. Erst nach dem Essen bin ich über Facebook auf dein Rezept gestoßen.
    Aber was meinst du mit "asiatische Nudel"? Da gibt es so viele. Wok-Instant-Nudeln, Mi-Nudeln, Reisnudeln, Glasnudeln, etc. Bei mir auf dem Plan waren Reis-Nudeln. Statt Salz wurde Fish-Sauce genommen. Und zwar 5 EL. Statt Soja-Sauce kam Oystersauce hinein. Ich nehme auch keine Sprossen aus dem Glas, sondern immer frisch aus der Lebensmittelabteilung. Sie schmecken einfach besser und sind auch knackiger.
    So gibt es doch immer wieder verschiedene Variationen. Immer nach dem Motto: Jeder wie er es mag.

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  2. Hansdieter, vielen Dank für die ganzen lieben Tipps! :) Tatsächlich hatten wir zwei verschiedene Asianudeln gemischt, da die eine Packung nur noch halb voll war. Ich denke aber Mi- oder Woknudeln sind bei diesem Gericht wohl die beste Wahl. An Fish-Sauce hatte ich auch mal gedacht, das werde ich dann beim nächsten Mal ausporbieren :) Aber du hast schon Recht - es gibt soo viele tolle Variationsmöglichkeiten!

    Sonnige Grüße,
    Lisa ☼

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