Freitag, 10. April 2015

6/1/2 Wochen Leben ohne Zucker - ein Resümee

Ihr Lieben, es tut mir leid, dass es seit Ostern auf meinem Blog so ruhig geworden ist. Keine Sorge - ich habe ihn nicht vergessen und bin auch nicht plötzlich von der Idee ihn nach meinem "Projekt: zuckerfrei" fortzuführen, abgekommen. Aber die letzten Tage waren mit Uni, Arbeit, Blockseminaren und der notwendigen Organisation der ersten Semesterwoche einfach so voll, dass ich absolut nicht die Zeit gefunden habe, in Ruhe an einem neuen Eintrag zu arbeiten. Doch nachdem ich heute schon um 8 fleißig in der Schule war, habe ich nun bis zum Nachmittag eine kleine Verschnaufpause, die ich unbedingt dafür nutzen möchte, euch das lange versprochene Fazit zu meines fast siebenwöchigen Zuckerentzugs zu präsentieren ;)



Doch wo fängt man bei so vielen Erfahrungen, Eindrücken, Gedanken und Geschmackserlebnissen überhaupt an?! Zunächst vielleicht einfach mit der Aussage, dass ich froh darüber bin, dass diese Zeit nun vorbei ist. Bitte versteht das nicht falsch, ich habe das Projekt total genossen und bin jetzt schon zu 100% sicher, dass ich es im nächsten Jahr in der Fastenzeit definitiv wieder umsetzen werde. Allerdings habe ich während der letzten Woche festgestellt, dass ein Leben komplett ohne Zucker einfach nichts für mich ist. Natürlich bringt das es definitiv sehr, sehr viele nennenswerte Vorteile mit sich. Man ernährt sich beispielsweise deutlich gesünder, achtet viel mehr auf die Lebensmittel, die man kauft, entwickelt ein größeres Bewusstsein für gesunde Ernährung und tut somit nicht nur seinem Körper, sondern auch seinem Geist etwas Gutes. Doch die von vielen gelobten zusätzlichen Faktoren wie größere Zufriedenheit, ein reineres Hautbild, schöneres Haar, weniger Müdigkeit und mehr Konzentriertheit konnte ich an mir persönlich leider nicht beobachten. Zwar habe ich (leider) während dieser Zeit einige Kilo abgenommen und hatte durchaus den Eindruck, dass meinem Körper das Leben ohne Zucker gut tut, trotzdem wäre es wohl gelogen, wenn ich an dieser Stelle behaupten würde, dass ich merklich große Veränderungen in Bezug auf mein physisches oder psychisches Wohlergehen festgestellt hätte.

Dennoch war ich super überrascht darüber, wie leicht mir dieser "Entzug" eigentlich gefallen ist. Nachdem ich mir am Anfang kaum vorstellen konnte, ohne Zucker zu leben, so viel selbst zu kochen und ständig bei allem, was man isst, auf die Zutatenliste schauen zu müssen, fiel mir dieser Lebensstil mit der Zeit immer leichter. Tatsächlich bin ich ohne eine einzige Sünde und mit so gut wie kaum schwachen Momenten durch die gesamte Zeit gekommen. Weder die verlockenden Ostersüßigkeiten in den Supermarktregalen, noch der Süßigkeitenvorrat neben dem Bett meines Freundes konnten meiner Motivation und meiner Freude an dem Projekt etwas anhaben. Ganz im Gegenteil - ich habe es richtig genossen mir ausreichend Zeit für mein Essen zu nehmen, meine Rezepte zu planen, täglich dafür einzukaufen und alles frisch zu kochen. Es hat mir irgendwie ein gutes Gefühl gegeben zu wissen, dass ich mich so gut, gesund und ausgewogen ernähre und deshalb habe ich den Zucker bzw. all die zuckerhaltigen Lebensmittel auch relativ wenig vermisst. Klar, manchmal hätte ich schon gern wie alle anderen mit einem Sekt angestoßen, mir eine Scheibe Putenbrust auf das Brötchen gelegt oder von dem leckeren Essen auf den Tellern Anderer in Restaurants oder der Mensa gekostet. Doch die Gewissheit, dass dieses Projekt nur zeitlich begrenzt war und das eigene Ego, das einen antreibt, die zuckerfreien Pläne auch wirklich durchzuziehen, haben mich glücklicherweise immer von den verlockenden Sünden ferngehalten.


Nichts desto trotz, im Endeffekt bin ich doch sehr froh, dass ich dieses Projekt nur auf die Fastenzeit beschränkt habe. Zu Beginn der Zeit hatte ich mir eigentlich vorgenommen, auch nach den 6/1/2 Wochen weiterhin zuckerfrei zu leben. Doch inzwischen bin ich mir sicher, dass diese Ernährungsweise nichts für mich ist. Ich esse einfach viel zu gern Schokolade oder Kuchen und kann mir nicht vorstellen, im Sommer auf einen leckeren Eisbecher, ein kühles Bier am Greifswalder Hafen oder die Grillwurst an lauen Sommerabenden zu verzichten. Außerdem möchte ich endlich wieder "richtig" Essen gehen können, ohne jedes Mal stundenlang mit der Bedienung zu diskutieren, mir Alternativen zu meinen eigenen Wünschen suchen zu müssen oder selbst beim Kochen mit Freunden und der Familie andauernd eine Extrawurst zu verlangen. Ich denke an dieser Stelle ist es wohl auch an der Zeit, mich einmal bei meinem Liebsten zu bedanken, die mich während der letzten Wochen wirklich großartig unterstützt haben. Allen voran natürlich mein Freund, der immer Verständnis gezeigt und voller Stolz und Überzeugungen selbst bei meinem verrücktesten Ideen hinter mir gestanden hat ♥  Doch auch allen Anderen möchte ich für ihre lieben Worte, ihr tolles Feedback, ihre Geduld und ihr Verständnis danken. Es ist einfach schön, wenn einem die Chefin bei der Arbeit extra zuckerfreie Snacks anbietet, die Freunde einem zuliebe auf eine Zutat beim gemeinsamen Kochen verzichten, die Familie ihre Essenspläne zuckerfrei anpasst oder die Kellnerin im Restaurant extra mit dem Lieferanten telefoniert, um sich über eventuell versteckten Zucker zu informieren. All diese Erfahrungen haben mir gezeigt, dass solche Ideen großen Anklang finden und dass andere Menschen bereit sind, Rücksicht zu nehmen und Verständnis zu zeigen, auch wenn sie persönlich so etwas vielleicht niemals machen würden. 

Vor allem das tolle Feedback, dass ich von euch während der letzten Wochen erhalten habe, hat mich immer wieder in meinem Vorhaben und meiner Idee unterstützt und mir gezeigt, dass dieses Projekt sinnvoll und wichtig ist. Gerade die Tatsache, dass mir Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Zucker essen dürfen, Komplimente für meine Rezepte gemacht und mir gesagt haben, dass sie viele tolle Anregungen und Ideen gefunden haben, macht mich natürlich extrem stolz! :) Aus diesem Grund habe ich auch beschlossen, dass ich auch weiterhin in meinem Rezepten Alternativen für Zucker anbieten und beschreiben möchte, damit alle zuckerfrei interessierten Leser meines Blogs auch in Zukunft wissen, wie und in welchen Mengen sie industrielle Zucker durch gesunde und natürliche Alternativen wie Honig, Stevia oder Agavendicksaft ersetzen können ohne dabei auf Genuss und guten Geschmack verzichten zu müssen :) Und auch für meine eigene Kochpraxis, werde ich sicherlich einige Aspekte dieses Projekts auch weiterhin übernehmen. So kann ich mir zum Beispiel gut vorstellen, auch in Zukunft öfter mein eigenes Brot zu backen und werde die Menge an industriellem Zucker, der in meiner Küche zur Verwendung kommt deutlich auf ein Minimum reduzieren. 


Trotzdem ist es nun an der Zeit, mir neue spannende Essperimente, Rezepte und Ernährungschallenges zu überlegen, die ich zusätzlich zu meinen normalen Rezepten, die hier weiterhin regelmäßig veröffentlich werden, durchführen und für euch dokumentieren werde. Selbstverständlich bin ich für Anregungen jeglicher Art und für Vorschläge bezüglicher neuer Essperimente immer offen und interessiert. Solltet ihr also eine grandiose Idee für ein Projekt haben, das euch persönlich besonders interessiert, zögert nicht mir einfach einen Kommentar zu hinterlassen oder eine private Nachricht zu schicken :) Jetzt wünsche ich euch aber erstmal einen wundervollen, sonnigen Frühlingstag (ich werde heute vermutlich mein erstes Eis des Jahres genießen) :) Genießt das tolle Wetter und nehmt euch Zeit für eine Pause in den zumindest bei uns an der Küste ersten warmen Sommerstrahlen

Bis dahin - sonnige Grüße
Lisa ☼

P.s. Für alle, die sich fragen, wie meine erste süße Sünde nach Ende der Fastenzeit eigentlich ausgesehen hat, wie sich der erste zuckerhaltige Bissen angefühlt und wie das Ganze geschmeckt hat, veröffentliche ich demnächst nochmal einen Extra-Eintrag inklusive eines unglaublich leckeren, zuckersüßen und extreeem schokoladigen Rezepts! ;-) 


Kommentare:

  1. Wow, das finde ich wirklich total toll und beeindruckend, was du da durchgezogen hast! Ich habe mir nach Ostern, wo wir an vier aufeinanderfolgenden Tagen extrem viel Kuchen gemampft haben, auch vorgenommen, mal ein "bisschen weniger Süßes" zu essen - und bin einfach völlig gescheitert. Chapeau! Ich bin gespannt, was dir noch alles einfällt und lasse liebe Naschkatzen- Grüße da und ein "Willkommen zurück" in der süßen Welt! ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo liebe Naschkatze :) Wow, danke für diese liebe Nachricht. Ich glaube der Anfang ist wie so oft am schwersten bei solchen Projekten. Sobald man die erste Woche hinter sich gebracht hat, fällt es einem meistens schon etwas leichter ;) Vielleicht startest du ja doch nochmal einen neuen Versuch. Aber ich kanns schon verstehen.. es gibt einfach sooo viele tolle und zuckersüße Verlockungen. Da ist es auch schwer standhaft zu bleiben!

      Sonnige Naschkatzen-Grüße zurück
      Lisa ☼

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...