Sonntag, 8. November 2015

The American Way of Barbecue und German Tomatenbutter

Hallo ihr Lieben,
nachdem wir nun seit fast zwei Monaten durch die USA reisen und uns bereits durch sämtliche typischen Südstaatengerichte der unterschiedlichen Städte und Gastfamilien gekostet haben, sind wir gestern nun endlich auch in den Genuss eines typisch amerikanischen BBQs gekommen. Tatsächlich stand dies seit Beginn unserer Reise auf unserer To-Try-List und vor allem der Liebste war schon sehr gespannt darauf, was ihn bei einem solchen Event wohl erwarten würde. Als unser derzeitiger Host hier in Daytona Beach uns also anbot, uns zu Liebe mit der gesamten Nachbarschaft am Wochenende ein Barbecue zu veranstalten, stimmten wir seinem Vorschlag sofort überglücklich zu. Ich war super gespannt, welche Fleisch- bzw. Fischsorten wohl serviert werden würden, welche Beilagen und Soßen es geben würde und wie sich eine solche BBQ-Party wohl von einer deutschen Grillfete unterscheiden würde. Und da wir tatsächlich eine ganze Liste an Unterschieden zusammentragen konnten, dachte ich, dass ich über dieses Erlebnis doch unbedingt auch hier für euch auf dem Blog etwas schreiben muss.





Der wohl größte Unterschied bei der ganzen Sache ist definitiv das Fleisch. Das steht bei einem amerikanischen BBQ nämlich absolut im Mittelpunkt. Ich weiß ja nicht, ob es nur daran liegt, dass ich ein Mädchen bin, dass sich beim Grillen mit 1 -2 Stückchen Fleisch oder Wurst zufrieden gibt und viel lieber die Salate, das Brot und die Dips probiert, aber ich habe den Eindruck, dass bei einem deutschen Grillabend die Beilagen eine fast genauso große Rolle wie Steak, Hühnchenfleisch und Wurst spielen. Hier hingegen geht es um das Fleisch. Und das wird nicht etwa wie bei uns ganz locker und fix auf dem Grillrost geröstet, sondern darf stattdessen den ganzen Tag über in einem riesigen Smoker bei geringer Hitze vor sich hin schmoren, bis es schließlich so zart und saftig ist, dass es beim Essen direkt vom Knochen fällt. Und das schmeckt vielleicht gut, sage ich euch. Da unser Host der Meinung war, dass wir doch so viele Sachen wie möglich probieren müssten, wurde gestern übrigens nicht nur eine Sorte Fleisch auf dem Smoker platziert, sondern gleich eine ganze Auswahl an unterschiedlichen und extrem köstlichen Leckereien. Es gab einen riesigen Lachs, Chicken Wings, Schweineschulter, Lammfleisch und absolut gigantisch gut schmeckenden, selbst marinierte Rippchen. Ich glaube ich habe lange nicht so gutes Fleisch gegessen.





Alle Vegetariern, die jetzt denken, dass es bei einem amerikanischen Grillabend nur Fleisch gibt, kann ich an dieser Stelle aber beruhigen. Natürlich gibt es auch jede Menge Beilagen. Die sind eben nur nicht ganz so wichtig und unterscheiden sich übrigens auch extrem von denen, die bei uns in Deutschland typisch sind. Die für uns gängigen Klassiker wie Knoblauchbaguette, Kartoffel- oder Nudelsalat sucht man hier vergebens. Stattdessen gab es eine riesige Auswahl unterschiedlicher Chips und Knabbersnack sowie Baked Beans, Pizzataschen, geräucherter Mozarella, gefüllte Eier, Apple Pie, gefrorene Eclairs und Nachos mit Salsa und Käsedip. Gesunde Gerichte wie knackiger Salat oder Gemüsespieße gab es leider kaum. Lediglich eine der Gäste brachte eingelegte Zucchini mit, die man sich dann über dem Grill, den es für solche Zwecke natürlich auch gab, rösten konnte.


Es war wirklich unterhaltsam, einfach mal darauf zu achten, was hier alles anders gemacht wird, als bei uns. Es gibt Beispielsweise kein Besteck. Weder in den Dips noch zum Essen. Wer wollte, konnte sich eine Plastikgabel nehmen, um wenigstens die Bohnen irgendwie in den Mund zu bekommen. Doch die meisten Gäste gaben sich absolut mit ihren Fingern zufrieden, dippten ihre Chips und das Brot einfach direkt in die Schüssel und aßen ihre Rippchen einfach aus der Hand. Für uns Deutsche war das durchaus etwas gewöhnungsbedürftig und ich muss gestehen, dass ich mir irgendwann einfach ein Messer aus der Küche holte. Ein weiterer Unterschied war definitiv auch die Tatsache, dass es keine einzige Soße gab. Kein Ketchup, kein Senf, keine Steaksauce und auch sonst nichts zum Fleisch. Das ist aber auch einfach überhaupt nicht notwendig, da alles, was wir probierten durch das rauchige Aroma schon von alleine einen so tollen Geschmack hatte, dass jede Soße diesen nur wieder ruiniert hätte. Lediglich die Rippchen waren vor dem Smoken mit BBQ-Soße bestrichen worden, was für ein herrlich süßliches Aroma sorgte.


Alle, die mich kennen, können sich wahrscheinlich schon denken, dass ich es mir selbstverständlich nicht nehmen lassen konnte, auch ein paar deutsche Leckereien für die amerikanische Nachbarschaft vorzubereiten. Und so gab es zusätzlich zu den für hier typischen Grillbeilagen auch noch einen Stockbrotteig, ein Bratapfel-Marzipan-Cheesecake Dessert (Rezept folgt), Feigen im Speckmantel und meine liebste Tomatenbutter. Vor allem vom Stockbrot waren alle super begeistert. Auf die Idee, Teig um einen Stock zu wickeln und ihn über dem Feuer zu rösten, war bisher anscheinend noch niemand gekommen. Und so wurden einige der erwachsenen Gäste plötzlich wieder zu kleinen Kindern und wickelten und rösteten voller Freude ihre eigenen kleinen Brotportionen. Ich musste versprechen, sowohl mein Stockbrotrezept, als auch das für die Tomatenbutter unbedingt weiterzugeben, da es das von nun an öfter geben sollte. Und weil ich euch das super simple Butterrezept sowieso schon ewig verraten wollte, stelle ich es gleich für euch auch noch auf den Blog. Es ist nämlich meine absolute Lieblingsgrillbeilage, die ganz wunderbar zu frischem Baguette, Stockbrot sowie gegrilltem Gemüse passt.


Tomatenbutter


Zutaten

  • 250g weiche Butter
  • ca. 1/2 Tube Tomatenmark (100g)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 -4 getrocknete Tomaten



Zubereitung

Butter und Tomatenmark miteinander vermengen, den Knoblauch schälen, pressen und unterrühren. Zum Schluss die getrockneten Tomaten (ich nehme gern die in Öl eingelegten) fein würfeln und unterheben. Schaut einfach selbst, was euch am besten schmeckt. Ich mag es, wenn man den Buttergeschmack noch etwas bemerkt. Man kann aber auch die Menge an Tomatenmark und getrockneten Tomaten erhöhen und den Geschmack so noch etwas intensivieren. Zum Schluss die fertige Butter abdecken und bis zum Servieren (am besten mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen).

Hachja, während ich das hier schreibe, bekomme ich schon wieder Appetit auf all diese tollen Sachen. Was für ein Glück, dass der Kühlschrank noch voll mit jeder Menge Leftovers ist :)



Ich denke abschließend lässt sich sagen, dass ein amerikanisches Barbecue definitiv ein tolles und extrem leckeres Erlebnis ist. Mir ist natürlich bewusst, dass man all diese Erfahrungen nicht verallgemeinern kann, sondern dass dies eben nur eine Variationen von Tausenden ist. Auch in Deutschland sieht jedes Grillfest ja doch irgendwie ein wenig anders aus. Was man aber auf jeden Fall sagen kann ist, dass ein amerikanisches BBQ im Smoker definitiv eine Tagesaktivität ist. Da das Fleisch teilweise bis zu 10 Stunden im Rauch schmoren darf, wird bereits am frühen Morgen mit den Vorbereitungen begonnen, die sich bis in den Nachmittag hinziehen. Uns hat es auf jeden Fall super gut gefallen und sollte ich irgendwann mal an einen günstigen Smoker kommen, ist das definitiv eine Sache, die ich mir gerne einmal zulegen würde! :)

So, ich falle jetzt nochmal über die restlichen Rippchen und die Überbleibsel des Cheesecake-Desserts her. Euch noch einen schönen Sonntag!

Sonnige Grüße,
Lisa☀

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